Essen und Trinken (Bildungs- und Entwicklungsfeld Körper)

Im Tagesablauf wird viel Zeit für Essen und Trinken eingeplant.
Die gemeinsamen Essenszeiten sind Ritual. Durch feste Sitzordnung und einen gemeinsamen Beginn entsteht ein täglich wiederkehrender Rahmen.
Dadurch kann und soll eine positive Atmosphäre entstehen, die Gelegenheit bietet, Gruppengefühl zu erleben und miteinander zu kommunizieren.
Ausreichende Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme bietet die Grundlage für die Entwicklung des Kindes.
Jedes Kind soll entsprechend seiner Fähigkeiten aktiv am Essen teilnehmen.
Die Selbständigkeit sieht dabei unterschiedlich aus:

  • Nahrung mit dem Mund vom Löffel abnehmen.
  • Mit Handführung mit Besteck essen.
  • Essen alleine vom Teller einnehmen.

Dazu werden angepasste Hilfsmittel unterstützend eingesetzt, z.B. ausgeschnittene Becher, Teller mit hohem Rand, spezielles Besteck.

Die aktive Teilnahme beginnt aber schon mit Geschmacksanregungen, besonders für Kinder, die ausschließlich über die Sonde ernährt werden.
Durch unterschiedliche Nahrungsangebote wollen wir den Kindern neue Geschmackserfahrungen ermöglichen.
Die Förderung der Mundmotorik (saugen, schlucken, kauen) fließt in die Essenssituation mit ein.
Für jedes Kind wird der personelle und zeitliche Rahmen individuell festgelegt.
Das individuelle Eingehen auf die Besonderheiten jedes einzelnen Kindes ist wichtig. Daraus ergeben sich Einzelthemen, die für uns ebenfalls erwähnenswert sind. Auch Sondenkinder erhalten ihre Nahrung zu den gemeinsamen Essenszeiten, in Einzelfällen kann eine Sondierung darüber hinaus notwendig sein.
Kinder, die wenig trinken, bekommen während des Tages immer wieder Anregungen etwas zu trinken.

Da das Essen und Trinken auch existenzielle Bedeutung für die Entwicklung eines Kindes hat, befinden wir uns oft auf einer Gratwanderung zwischen Mitbestimmung des Kindes und gewissenhafter Versorgungsabsicht der Bezugspersonen.
Nicht selten gibt es in diesem Spannungsfeld Verhaltensweisen, die die Situation erschweren, z. B. Verweigerungshaltung eines Kindes.
Angesichts meist sehr eingeschränkter Ausdrucksmöglichkeiten eines Kindes ist es wichtig, die vielfältigen Aspekte solcher Situationen gut einzuschätzen und mögliche Ursachen herauszufinden oder zu prüfen, ob sich in der Essenssituation nicht auch Konflikte aus anderen Bereichen widerspiegeln.
Besonderer Wert wird dabei auf den Austausch mit den Eltern gelegt, und ggf. Unterstützung von anderen professionellen Stellen eingeholt bzw. empfohlen.